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Der Tagesablauf

Ein wiederkehrender Rhythmus (im Tages-, Wochen- und Jahreslauf) und klare Strukturen helfen den Kindern und Jugendlichen inneren Halt und eine überschaubare Orientierung zu finden. Jeder Tag ist gegliedert durch die festen Aufsteh- und Essenszeiten, einem strukturierten Tagesplan mit regelmäßig stattfindenden Aktivitäten (z.B. AGs der Mitarbeiter, Reiten, Schwimmen, Einkauf und Freizeitgestaltung). Dieser Tagesablauf wird bewusst eingehalten, kann aber jederzeit unterbrochen werden, z.B. für Einzelaktivitäten.

Das Jahr wird durch die Jahresfeste und -zeiten gegliedert. Das gemeinsame Feiern von Festen (Jahresfeste, Geburtstage, Sommerfest) ist ein wichtiges Element des Zusammenlebens.

Der Tag beginnt mit einem Frühstück für jeden Bewohner, welches vom Fachpersonal begleitet wird. Jedes der Kinder/ der Jugendlichen hat einen eigenen Wecker, steht also selbständig auf. Im Bedarfsfall werden die Kinder rechtzeitig durch den diensthabenden Betreuer geweckt. Zum Schulbesuch (zur Arbeitsstelle, Praktikum) verlässt jeder Bewohner einen aufgeräumten persönlichen Bereich. Potentielle Schulschwänzer werden vom Pädagogen ggf. bis zur Klassenzimmertür begleitet. Schüler, die nicht am Unterricht in der Schule teilnehmen dürfen (Suspendierungen etc.) werden vormittags in der Wohngruppe von den Gruppenerziehern nach Absprache mit den zuständigen Lehrern schulisch betreut, der Unterrichtsstoff wird somit weiter bearbeitet und vertieft, so dass Lücken nicht erst entstehen oder aber geschlossen werden.


Andere Kinder/ Jugendliche, die zum Beispiel auf Grund Stundenausfall eher wieder in der Wohngruppe sind, beteiligen sich an den hauswirtschaftlichen Tätigkeiten wie Wäschepflege, Einkauf oder Zubereitung der Mahlzeiten (während der Ferien oder an Wochenenden kochen die Kinder/ Jugendliche unter Anleitung grundsätzlich abwechselnd selbst gemeinsam mit den Pädagogen).

Zudem werden die Vormittage von Erziehern dazu genutzt, Kontakte zu pflegen (Sprechstunde der Lehrer/ Berufsberater, Austausch mit zuständigen Sozialarbeitern, Ärzten, Verwandten der Kinder/ Jugendlichen, usw.), Dokumentationen zu erstellen, eigenes Verhalten in Teamsitzungen oder Supervisionen zu reflektieren.  

Das Mittagessen nehmen nach Möglichkeit alle gemeinsam ein. Die jungen Menschen erzählen hier gerne von ihren Erlebnissen vom Vormittag, äußern allgemeine Wünsche oder individuelle Vorhaben. Hier wird mit den Kindern/ Jugendlichen auch der weitere Tagesablauf kurz besprochen (wer hat besondere Termine, wer hat sich mit Freunden verabredet etc.) Nach dem gemeinsamen Aufräumen machen die Kinder/ Jugendlichen im Beisein mindestens eines Erziehers ihre Schularbeiten. Es wird darauf geachtet, dass sie möglichst selbständig arbeiten, aber immer ein Ansprechpartner da ist. Defizite in schulischen Einzelbereichen werden individuell mit dem jeweiligen Kind/ Jugendlichen aufgearbeitet, Übungseinheiten vor Klassenarbeiten mit Einzelnen durchgeführt.

Nach dieser Hausaufgabenzeit, die in der Regel ca. eine Stunde dauert, werden die Kinder/ Jugendlichen zu einer sinnvollen Freizeitgestaltung angehalten. Diese sind vielfältig und enthalten ebenso sportliche wie kreative Elemente. Wichtig ist es uns, hierbei auf eine dem Kind/ Jugendliche angemessene Mischung verschiedener Bereiche zu achten und auch Zeiten zu haben, die nicht festgelegt sind, sondern für Arztbesuche oder auch Muße wie Lesen zur Verfügung stehen. Um Sozialkontakte außerhalb des Heimbereichs zu fördern, sind Freunde der Kinder/ Jugendlichen in der Regel im Heim gern gesehene Gäste. Sie nehmen an den gemeinsamen nachmittäglichen Ablauf teil und dürfen gelegentlich im Hause bei den Kindern übernachten. Nach Absprache mit den Eltern der Freunde wird es umgekehrt auch unseren Kindern/ Jugendlichen ermöglicht, dort Zeiten zu verbringen. Andere Außenkontakte werden durch die erwünschten Mitgliedschaften in den örtlichen Vereinen unterstützt. Die Teilnahme an Vereinsfesten, mehrtägigen Trainingscamps, usw. ist dann selbstverständlich.

Nachmittags erfolgt gegen 15:30 Uhr eine Teerunde, die wieder zum Austausch genutzt wird.

Um ein Übermaß an Medienpräsenz zu verhindern, wird der Umgang mit Medien reglementiert. Es wird z.B. abgesprochen welche und in welchem Zeitrahmen Fernsehsendungen angeschaut werden. Hier kommt es nicht nur auf das Alter des Bewohners an, sondern auch auf sein Verhalten bzw. sein Mitwirken in der Wohngruppe.
In den Zimmern der Kinder/ Jugendlichen sind Fernsehgeräte und Computer aus unterschiedlichen Gründen nicht erlaubt. Im Gemeinschaftsraum steht jeweils ein Gerät zur Verfügung. Der Computer mit Internetanschluss kann – und soll – unter Aufsicht einer pädagogischen Fachkraft genutzt werden. In der heutigen Zeit gehören der Computer und die Internetnutzung zum alltäglichen Leben der Jugendlichen dazu. Für uns ist wichtig zu erfahren, warum die virtuelle Welt für das Individuum so bedeutsam ist. Um diese Erfahrung mit dem Bewohner zu teilen, ist es ratsam gemeinsam ein Computerspiel zu spielen. Das Fachpersonal hat die Kontrolle über die Computernutzung und zeigt dem Jugendlichen, dass seine Interessen ernst genommen werden. Die pädagogischen Mitarbeiter informieren sich fortlaufend über aktuelle Videospiele und Internetseiten, um z.B. die Altersbegrenzungen der jeweiligen Spiele zu kennen.

Wie die anderen Mahlzeiten, so wird auch das Abendbrot um 18:00 Uhr gemeinschaftlich eingenommen. Das Abendprogramm mit altersrelevanten Zugbettgehzeiten beinhaltet u.a. Spiel- und Klönabende.

Einmal in der Woche findet um 19 Uhr eine Hausbesprechung statt, an der alle Bewohner und Mitarbeiter teilnehmen. Dort haben sowohl die Kinder/ Jugendlichen als auch das pädagogische Fachpersonal Raum und Zeit Anregungen zu geben, Regeln zu besprechen und sonstige Themen, die die ganze Gruppe betrifft, zu diskutieren.

Die pädagogische Fachkraft im nächtlichen Bereitschaftsdienst ist Ansprechpartner für kranke Kinder/ Jugendliche, hat aber auch ein offenes Ohr für andere Nöte (Heimweh, Liebeskummer, Probleme mit anderen Mitbewohnern, usw.).